Was will mir meine Katze sagen? Katzensprache verstehen
Katzen sagen das meiste mit dem Körper, und die Stimme heben sie sich für uns auf. Erwachsene Katzen miauen andere Katzen kaum an, Menschen dagegen ihr Leben lang, weil es funktioniert. Wer zuerst den Schwanz und die Ohren liest und erst danach das Miauen, versteht seine Katze schon zum größten Teil.
Der Schwanz zeigt die Stimmung
Ein senkrecht getragener Schwanz, oft mit einem kleinen Haken an der Spitze, ist eine freundliche Begrüßung und eine Einladung, näher zu kommen. Tief oder eingezogen heißt Unsicherheit. Ein Schwanz, der peitscht oder auf den Boden klopft, heißt: Jetzt ist genug. Ein aufgeplusterter Schwanz ist Angst oder ein plötzlicher Schreck, nicht Wut. Wer den Schwanz ansieht, bevor er die Hand ausstreckt, wird deutlich seltener gekratzt.
Ohren und Augen liefern die Feinheiten
Ohren nach vorn heißt Interesse. Zur Seite gedrehte oder angelegte Ohren heißen, dass die Stimmung gekippt ist. Weite Pupillen in einem hellen Raum heißen Erregung, und die kann Spiel, Angst oder Jagd sein. Ein langsames Blinzeln ist eines der klarsten freundlichen Signale einer Katze, und die meisten Katzen blinzeln zurück, wenn du es ihnen vormachst.
Wofür die Stimme da ist
Miauen ist vor allem eine Sprache von der Katze zum Menschen. Kätzchen rufen ihre Mutter, und erwachsene Katzen behalten die Gewohnheit für die Menschen, die füttern, Türen öffnen und antworten. Kurze, hohe Miaue sind meist Begrüßung oder Bitte. Lang gezogene Rufe heißen meist, dass etwas gefordert wird oder unangenehm ist. Zirpen und Trillern sind freundlich und heißen oft: Komm mit. Schnurren heißt meist Zufriedenheit, aber Katzen schnurren auch bei Schmerz oder Angst, lies also den Körper dazu.
Die Signale, die am häufigsten falsch gelesen werden
- Ein gezeigter Bauch ist Vertrauen und keine Einladung zum Kraulen. Die meisten Katzen packen die Hand, die es versucht.
- Eine Katze, die mitten im Streicheln weggeht, ist nicht beleidigt. Viele Katzen wollen kurzen Kontakt, dafür oft.
- Treteln und Sabbern ist ein Rest aus der Kätzchenzeit und ein Zeichen für tiefe Zufriedenheit.
- Eine Katze, die dir den Rücken zudreht, macht dir ein Kompliment. Es heißt, dass du nicht beobachtet werden musst.
- Fauchen ist Angst, keine Aggression. Es bittet um Abstand, und wer Abstand gibt, beendet es.
Lerne den Dialekt deiner eigenen Katze
Katzen entwickeln eigene Signale mit den Menschen, mit denen sie leben. Die eine hat ein besonderes Zirpen für den Kühlschrank, die andere tippt dir um sechs auf den Arm. Eine Woche lang zu notieren, wann ein Laut kommt und was direkt davor passiert ist, bringt dir mehr als jede allgemeine Liste. Erst das Muster macht einen Laut bedeutsam.
Wenn sich die Signale ändern
Eine plötzliche Veränderung darin, wie viel oder wie eine Katze sich äußert, ist einen Tierarztbesuch wert, besonders bei älteren Katzen. Verstecken, ein neues tiefes Knurren beim Berühren einer Stelle, eine Katze, die dich nicht mehr an der Tür begrüßt: Das sind zuerst Gesundheitssignale und erst danach Stimmungssignale.
FAQ
Verstehen Katzen ihren eigenen Namen?
Studien legen nahe, dass viele Katzen ihren Namen von anderen Wörtern unterscheiden, auch wenn sie sich entscheiden, nicht zu reagieren. Auf die höhere, wärmere Stimme, die Menschen mit ihnen benutzen, reagieren Katzen außerdem stärker als auf eine flache.
Warum miaut meine Katze mich an, andere Katzen aber nicht?
Weil das Miauen für uns gelernt wurde. Unter erwachsenen Katzen erledigen Geruch und Körpersprache die Arbeit, und die Stimme kommt vor allem bei Streit oder in der Paarungszeit zum Einsatz.